Warum noch ein Blog?

Schreiberlinge vom Hof gibt es inzwischen so einige. Ob jetzt als Landleben-Lifestyle-Blogger, ob es darum geht, der jungen Landwirtschaft eine Stimme zu geben, oder der Dialog gesucht wird. Sie alle haben ihre Berechtigung.

Warum also jetzt noch dazu der Hofhuhn-Blog?

Nun, ich finde zum einen, dass die Bio-Landwirtschaft in der obigen Liste unterrepräsentiert ist. Zum anderen habe ich auch eine Meinung und ich möchte diese nicht unveröffentlicht lassen. Dorn im Auge ist mir nicht nur, dass es so viele Missverständnisse zwischen denen gibt, die die Nahrungsmittel herstellen und jenen, die sie verbrauchen, sondern auch innerhalb der Landwirte und innerhalb „der Verbraucher“.

Was kann ich bieten?

Ich kann interessant schreiben, einigermaßen zumindest. Außerdem kenne ich beide Seiten und habe von meinen Eltern gelernt zuzuhören und andere Meinungen zu respektieren. Ich gehe nicht automatisch davon aus, dass ich mit meinen Gedanken Recht habe und strenge mich deswegen an, viel über die Dinge nachzudenken, bevor ich sie auf die Welt loslasse. Meine Kommasetzung sollte man sich aber nicht zum Vorbild nehmen.

Was ist mein Hintergrund?

Ich bin Landwirt. Gelernt und anstudiert. Ich komme vom Hof, komme vom Land und habe mich nach einer Zeit in der Stadt entschieden, wieder aufs Land zu gehen. Born an raised auf einem Demeter-Milchviehbetrieb im Hunsrück, gelernt habe ich in Schweden, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen und studiert habe ich in Kiel. Ich habe in zweieinhalb Jahren Stadt gemerkt, dass die Lebensmittelwelt der Supermärkte eine sehr verwirrende ist und weiß, wie eng ein Portemonnaie genäht sein kann. Ich bin von meinem nicht-landwirtschaftlichen Umfeld viele Fragen gefragt worden. Was das Thema angeht ist die Verunsicherung groß und viele Leute sind sehr glücklich mit dem Status quo. Ich werde versuchen nach bestem Wissen und Gewissen ehrlich zu sein.

Was erwartet Dich also hier?

Das, was für mich Landwirtschaft ist. Kleine Geschichten aus dem Alltag und dazu Gedanken zu aktuellen und großen Themen. Landwirtschaftliche Tagespresse und Lebensfragen im Grunde. Und Essen. Ich koche nämlich gerne und bestimmt wird sich hier die ein oder andere Geschichte zum Essen finden. 

Was wird es hier nicht geben?

Schwarz-Weiß-Malerei und Bashing. Das ist das, was ich anders machen möchte. Zumindest werde ich mit aller Kraft versuchen fair zu bleiben. Wenn ich etwas gut finde, wie zum Beispiel blühende Äcker, dann heißt das nicht gleichzeitig, dass ich andere dafür verurteile, dass sie nicht möchten, dass ihr Acker verunkrautet ist. Das ist manchmal schwer zu verstehen. Ich bin davon überzeugt, dass es viele Grautöne gibt. Im Zweifelsfall habe ich deswegen, noch bevor ich diese Website irgendwem gezeigt habe, die Bitte gestellt mitzumachen. Wer sich also falsch beschuldigt und schlecht dargestellt fühlt, soll sich bei mir melden. Ich bin in der Lage eine andere Meinung auszuhalten. Nur persönlich sollte es nicht werden.