Das Hofhuhn-Projekt

Das Hofhuhn-Projekt ist eine Herzensangelegenheit, an der ich schon länger herumkonzipiere. Es geht darum, dass ich in naher Zukunft einen Hühnerbestand aufbauen möchte, der ohne Kompromisse auskommt. Die „Kompromisse“, wie ich sie nenne sind in der modernen Legehennenhaltung die Hybridlinien, die zentral erzeugt werden und im Grunde wirtschaftlich nutzlose Hähnchenküken produzieren. Es ist die intensive Fütterung, die die wenigsten Betriebe ohne Zukauf stemmen können und das „Rein-raus-Verfahren“, in dem die Legegruppen gemanagt werden, weswegen jedes Jahr Millionen von Hennen im besten Alter geschlachtet werden.

„Ohne Kompromisse“ heißt dann entsprechend für mich, dass ich einen wirtschaftlich relevanten Bestand an Zweinutzungs-Rassehühnern (vielleicht 180 bis 250) aufbauen möchte. Diese Rasse sollte eine ordentliche Legeleistung haben, die Bruderküken aber auch eine relevante Masteignung. Es soll in Reinzucht gearbeitet werden, mit ergänzenden Zuchttieren aus dem genetischen Pool der Rasse, um Inzucht zu vermeiden. Die Tiere sollten in der Lage sein aus Grundfutter mit selbst erzeugten Eiweißkomponenten gut zu leben und gut zu legen.

Die Idee dahinter ist, dieses Projekt im Blog zu dokumentieren und auch Vergleiche zur wirtschaftlichen Hühnerhaltung zu ziehen, um dann ein Verständnis dafür zu schaffen, was ein Ei kosten müsste, wenn man nicht auf die optimierten Zucht- Futter und Stallkonzepte der Industrie zurückgreift, sondern es selbst probiert.
Vielleicht ist es ja auch gar nicht so teuer, schließlich werden nicht doppelt so viele Tiere produziert wie benötigt (keine „überflüssigen“ Bruderküken), die wesentlich genügsameren Hennen brauchen kein so hochwertiges Futter und legemüde Hennen bekommen die Gelegenheit zu mausern, also müssen nicht andauernd ganze Bestände ersetzt werden..

Mal schauen. Aktuell steht der Job im Vordergrund, dann das Vergnügen und das ist das Hofhuhn-Projekt für mich.